Kapitel 3

„Wo ist Fluxus?“ Agent Orange grunzte und blinzelte. Die Morgensonne schien zum Fenster hinein und auf seinem Bauch saß die Hitlerkatze, die er, als er heimkam, auf der Gartenmauer sitzen sah, und starrte ihn mit funkelnden Augen fragend an.

„Wo ist Fluxus?“, wiederholte sie und grub ihre Krallen in seinen weichen, nackten Bauch.

„Er ist tot.“ Ihre Krallen fuhren weiter aus und sie schnaubte. Agent Orange stöhnte vor Schmerzen auf.

„Wie ist das passiert? Wann ist es passiert und wo ist er jetzt?“

„Ich weiß nicht, woran er gestorben ist. Ich hab ihn heute an den Gleisen begraben. Unter einem Kastanienbaum.“

„Kastanienbaum. Aha. Wo hast du ihn gefunden?“ Sie trat weiter mit ihren scharfen Krallen in seinen Bauch.

„Ist das ein Verhör?“, fragte Agent Orange angestrengt. Er hasste es, so früh aufgeweckt zu werden. „Er lag tot im Bett. Am Fußende, wo er immer schläft.“

„Selbstmord also. Seltsam. Er sollte dich doch bloß beobachten. Was hat Alberto hier gewollt?“

„Beobachten?“ Doch da war die Katze schon mit einem Satz aus dem Schlafzimmer gesprungen und verschwand im Flur. Agent Orange hatte Kopfschmerzen, wälzte sich mit Rotweingeschmack im Mund auf die Seite und schlief bis zum späten Nachmittag.

„Herr Orange! Herr Orange!“

Frau Schmidt hämmerte an die Tür und ärgerte sich über ihren Mieter. „Dass der Herr Orange auch immer so lange im Bett sitzen musste!“, dachte sie.

„Herr Orange! Sie haben doch versprochen, sich um die Miete zu kümmern. Und der Weg muss auch mal wieder gefegt werden. Sonst vergammelt doch das ganze Laub! Herr Orange!“

„Frau Schmidt! Ich kümmere mich darum, versprochen!“ Er rief so laut er konnte, drehte sich um und steckte sich Stöpsel in die Ohren, zog seine Schlafbrille auf und blendete das Gezeter seiner Vermieterin einfach aus. Er war wirklich nicht in der Stimmung, um sich um die Vermieterin zu scheren. Agent Orange erinnerte sich an die Katze mit dem Hitlerbart und den vielen Rotwein, den er am Abend zuvor getrunken hatte. Für eine Weile blieb er noch liegen, doch er konnte nicht mehr einschlafen. Schließlich stand er auf, ging ins Bad und stellte sich auf die Waage. Hundertsiebenundzwanzig Kilogramm. Er hatte wieder abgenommen und das trotz der Fertigpizza und des Rotweins, den er mit Cola gemischt zwischen den Schnäpsen, die ihm die Gäste in der Bar oft ausgaben, getrunken hatte.

Er schlappte in die Küche, machte einen Kaffee, rauchte und suchte nach dem Bierdeckel, auf dem sein Vater seine Telefonnummer hinterlassen hatte. Er trug das Telefon mit der Verlängerungsschnur vom kalten Flur in die noch kältere Küche und setzte sich an den Tisch. Dann rief er seinen Vater an.

„Hallo Papa. Ich bin´s.“

„Hallo! Haben sie dir den Bierdeckel gegeben? Tolle Bar, in der du da arbeitest! Wo warst du denn?“

„Ich weiß nicht. Der Kater ist tot. Kannst du bitte der Frau Schmidt die Miete überweisen?“

„Ja, die hat mich schon angerufen, das ist erledigt, mach dir keine Sorgen. Tut mir leid mit der Katze. Aber das war ja sowieso nicht deine, oder?“

„Nein. Nicht wirklich.“ Es ärgerte ihn, dass sein Vater das sagte. Als ob er die Katze deswegen weniger gern gehabt hatte. Immerhin hatte der Kater die letzten Monate bei ihm gewohnt.

„Jetzt wo du kein Haustier mehr hast, kannst du ja mitkommen!“

„Mitkommen?“

„Wir gehen zum Machu Picchu, und zwar zu Fuß. Auf dem Inkapfad. Vier Tage lang durch den Dschungel, das wird toll, sag ich dir!“

„Danke, aber ich muss arbeiten. Wer ist wir?“

„Na, meine Freundin, die Tatjana und ich. Die kennst du doch noch von früher.“

„Du meinst die Tatjana aus meiner Schulklasse? Papa! Die ist doch dreißig Jahre jünger als du!“ Agent Orange sah das Kindergesicht seiner Klassenkameradin vor sich und konnte es nicht fassen, dass sie nun die Freundin seines Vaters war. Wie war es denn dazu gekommen?

„Was denn? Du bist doch sonst nicht so spießig. Die ist eine Kanone im Bett! Die hält mich jung und fit! Du solltest wirklich mitkommen, so eine Vier-Tageswanderung würde deinem Bauch sicherlich auch gut tun!“ Die Offenheit, mit der sein Vater über sein Sexualleben sprach, hatte Agent Orange schon immer gestört, aber die Vorstellung, vier Tage lang mit einer ehemaligen Klassenkameradin und seinem Vater im Dschungel herumzumarschieren, übertraf einfach alles.

„Die Angela kann doch wieder für dich einspringen“, schlug sein Vater vor.

„Woher kennst du denn die Angela?“

„Na, aus der Bar! Komm doch mit. Das wird toll! Ich rufe gleich Tatjana an, damit sie dir ein Ticket bucht!“

„Wann ist denn das?“ Agent Orange fiel keine weitere Ausrede mehr ein und überhaupt, vielleicht war es gar keine dumme Idee, auf Kosten seines Vaters mal rauszukommen. Vier Tage lang zu wandern war zwar nicht sein Traumurlaub, doch so schlimm konnte es schon nicht werden. Schließlich war sein Vater auch nicht mehr der Jüngste, dachte sich Agent Orange.

„Nächste Woche geht´s los! Du musst erst hierher zu uns kommen, es gibt einen Informationsabend vom Reisebüro.“

„Na gut.“ Agent Orange zweifelte schon wieder an seiner Entscheidung, doch er konnte seinem Vater kaum etwas abschlagen.

„Komm in drei Tagen zu uns, ja? Und feg den Weg für die Frau Schmidt!“

„O. k., Papa. Mach ich.“ Obwohl Agent Orange fast vierzig Jahre alt war, hatte sich die Dynamik zwischen ihm und seinem Vater seit seiner Kindheit kaum verändert. Er nannte ihn nach wie vor „Papa“, anders als viele andere seiner Freunde, die ihre Eltern beim Vornamen nannten. Heinz. Das wäre komisch. Wie Tatjana ihn wohl nannte?

Agent Orange zog sich eine warme Daunenjacke an, in der er noch runder aussah, als ohnehin schon und ging hinaus in den Nieselregen, um wie versprochen, den Weg zu kehren.

„Ich hab mit ihrem Herrn Vater gesprochen, Herr Orange! Dass der immer noch Ihre Miete bezahlt, ist ja unglaublich! Schämen Sie sich nicht?“

„Nein“, antwortete Agent Orange, während er weiter das nasse Laub zusammenfegte. Frau Schmidt stand am Fenster und dachte darüber nach, was sie als nächstes sagen könnte.

„Das Küchenfenster stand auch den ganzen Nacht offen! Da kommen doch die Einbrecher und die Ratten und das ganze Haus kühlt aus! Das geht doch nicht, Herr Orange!“

Agent Orange ignorierte seine in die Jahre gekommene Vermieterin, die eine Bekannte seines Vaters war, und fegte mit einer gewissen Monotonie den Weg. Als er das zusammengehäufte nasse Laub mit beiden Armen umschlungen in Richtung Kompost trug, starrte ihn die Katze mit dem Hitlerbart von Nachbars Gartenmauer aus an. War es bloß ihre schwarze Markierung, die sie wie Hitler aussehen ließ oder ihr Blick, der ihr eine gewisse Autorität verlieh.

„Was willst du denn schon wieder?“, fragte Agent Orange in Richtung Katze und begutachtete ihre Markierung unter der Nase. Die Katze sah ihn mit funkelnden Augen an und miaute. Als Agent Orange sich ihr näherte, schnappte sie ihre halb tote Beute, die sie mit den Pfoten auf den Boden drückte, und mit einem flatternden Etwas im Maul verschwand sie unter einem geparkten Auto. Agent Orange zog die Augenbrauen hoch, begutachtete stolz den sauberen Weg und linste hinauf zu Frau Schmidts Fenster. Sie war nicht mehr da. Der Regen wurde stärker und so schlurfte er zurück in seine Wohnung, schloss das Küchenfenster, das immer noch weit offen stand. Dann ging er ins Schlafzimmer, zog die nach wie vor übel riechende Bettwäsche ab und steckte sie in die Waschmaschine in der Küche. Das Katzenfutter sowie Fluxus Schälchen ließ er noch stehen. Er brachte es nicht übers Herz, sie wegzuräumen. Die Futterschalen waren ein letzter Beweis dafür, dass Fluxus je gelebt hatte.

Da ihm zu Hause die Decke auf den Kopf viel und er hungrig war, entschied er, etwas essen zu gehen. Er drehte sich einen Joint für den Weg und mit einem etwas seltsam geformten grünen Designerregenschirm, den ihm jemand geschenkt hatte, ging er durch den kalten Regen zum Dönerstand. Vielleicht würde sich der Regen in der Nacht wieder in Schnee verwandeln? Den Döner nahm er mit nach Hause, doch als er am Küchentisch saß und alleine aß, wurde er traurig. Normalerweise hätte Fluxus nun um Fleisch gebettelt und ihm mit verliebtem Blick um die Beine geschnurrt. Die Leere und die Stille der Küche waren erdrückend. Die Luft war kalt und es fühlte sich an, als ob jemand mit einem großen Staubsauger alle Wärme und alles Leben hinausgesaugt hätte. Agent Orange fühlte sich einsam. Am frühen Abend ging er wieder zur Arbeit in die Bar. Alberto tauchte den ganzen Abend nicht auf und Agent Orange vergaß ihn.

So vergingen einige triste Tage, bis Agent Orange seinen Rucksack packte und mit dem Zug zu seinem Vater fuhr. Die vierstündige Fahrt über schlief er. Als er in der Stadt ankam, standen sein Vater und Tatjana schon winkend und hopsend am Gleis, um ihn abzuholen. Tatjana war kaum wiederzuerkennen. Früher in der Schule war sie zwar attraktiv gewesen, insofern man das über ein zehnjähriges Schulmädchen sagen konnte, doch sie hatte einen Ruf als Streberin und ging auch später nie mit ihren Klassenkameraden feiern. Nun hatte sie sich aufgebrezelt, trug einen knalligen pinkfarbenen Lippenstift, hohe Stiefel und einen schicken Fellmantel, während sein Vater in Jeans und Regenjacke schon eher wie ein Wanderer aussah. Sein Vater war kleiner als er selbst, und im Gegensatz zu ihm schlank und sportlich. Er spielte Tennis und Golf, ging regelmäßig Schwimmen und nun anscheinend auch noch wandern. Im südamerikanischen Dschungel.

„Hallo! Wir gehen dir gleich mal Wanderschuhe kaufen. Und einen richtigen Rucksack!“, sein Vater warf einen abwertenden Blick auf Agent Oranges schäbigen Rucksack, den er ihm auch gleich abnahm. „Du hast doch keine Drogen mitgebracht?“

„Nein, Papa.“ Agent Orange drehte sich zu Tatjana. „Hallo Tatjana! Lange nicht gesehen!“

„Hi, Agent Orange, gut siehst du aus!“ Sie strahlte ihn mit ihren schwarz umrandeten Augen und ihrem großen pinkfarbenen Mund an. Erinnerungen an die Schulzeit kamen in Agent Orange hoch und ihm fiel ein, wie er einmal mit Tatjana auf einer Bank vor der Schule gesessen hatte, um ihre Hausaufgaben abzuschreiben. Sie war immer sehr großzügig gewesen, was das betraf.

„Lass uns losgehen“, sagte der Vater und tätschelte Agent Orange den dicken Bauch. Agent Orange störte es, wie die Leute immer so schamlos seinen Bauch betatschten, doch er ließ es meistens kommentarlos über sich ergehen. Sein Vater hakte sich bei seinem Sohn unter und führte ihn in Richtung Parkplatz.

„Erst mal gehen wir was essen und dann besorgen wir dir deine Ausrüstung. Es gibt da einen ganz ausgezeichneten Italiener, eine Pizza haben die, sage ich dir! Sagenhaft!“

Wie immer, wenn Agent Orange zu Besuch kam, gingen sie zum gleichen italienischen Restaurant, welches ihm jedes Mal als Neuentdeckung vorgestellt wurde. Als ob sein Vater dafür gar kein Gedächtnis hatte, schien es Agent Orange und ignorierte die Sache großzügig. Tatjana fuhr sie in dem alten Audi seines Vaters ein paar Minuten durch die Stadt. Das Restaurant lag im Wohngebiet, in einer Seitenstraße, und sie fanden einen Parkplatz direkt vor dem Eingang. Die Pizzeria war rustikal eingerichtet und sein Vater wählte einen Tisch neben dem großen Steinofen. Alle drei verdrückten jeweils eine große Pizza und Agent Orange und sein Vater tranken außerdem jeweils eine Flasche Rotwein dazu. Die Pizza war wirklich ausgezeichnet. Tatjana hielt sich beim Wein zurück, denn sie musste am nächsten Tag früh raus, um zu arbeiten. Nach der Schule hatte sie Physik studiert und war nun Assistentin an der Universtät.

„Die hat etwas aus sich gemacht“, erklärte sein Vater bewundernd und stolz und gleichzeitig gab er ihm das Gefühl, ein vierzigjähriger Versager zu sein, der seinem Vater auf der Tasche lag. Nach dem Essen fuhren sie zu einem großen Einkaufszentrum, das außerhalb der Stadt lag und von einem riesigen Parkplatz umringt war. Nachdem sie einige Rolltreppen später Agent Orange Wanderschuhe, einen Regenanzug, eine ultraleichte Hightech selbstaufblasende Isomatte, einen ebenso leichten Schlafsack, sowie ein Einmannzelt und einen Rucksack gekauft hatten, fuhren sie nach Hause. Agent Orange und sein Vater vernichteten eine weitere Flasche Rotwein und redeten noch eine Weile über die Nachrichten im Fernsehen.

Nachdem alle schlafen gegangen waren, saß Agent Orange auf seinem Gästebett auf dem Dachboden und rauchte sein letztes Gras. Er wurde wieder hungrig, und als er nach unten ging, um nach Süßigkeiten zu suchen, hörte er, wie sein Vater und seine ehemalige Klassenkameradin miteinander schliefen. Er fühlte sich peinlich berührt und der Einblick in das Sexualleben seines Vaters war ihm zu intim. Ihm wäre lieber gewesen, sich nicht seinen Vater beim Sex mit einer ehemaligen Klassenkameradin vorzustellen, und wühlte durch die Küchenschränke. Endlich fand er eine Schachtel Schnapspralinen und verdrückte sich mit der Schachtel in der Hand wieder nach oben. „Das kann ja was werden“, grummelte er. „Es ist alles deine Schuld, Fluxus“, dachte er laut und erinnerte sich an die Hitlerkatze, die Fluxus des Selbstmordes beschuldigte. Mit einer schmelzenden Schnapspraline im Mund schlief er ein.

Als Agent Orange aufwachte, erinnerte er sich vage daran, wie er im Traum mit Fluxus gesprochen hatte und der ihn vor den Geistern der Inkas warnte.

Den nächsten Tag verbrachte er mit seinem Vater, der sämtliche Bücher, die er über die Inkas und die Flora und Fauna des peruanischen Regenwaldes hatte finden können, gekauft und im Wohnzimmer verstreut hatte. Alle Bücher waren mit bunten Post-it-Zetteln verziert und sein Vater war damit beschäftig, die wichtigsten Informationen mit seinem Telefon abzufotografieren.

„Diese Inkas sind ja hochinteressant“, eröffnete er seine Lektion. „Wusstest du, dass die Inkas keine Schriftzeichen hatten? Sie hatten eine Art Knotenschrift, bei der Seile geknotet wurden und sie nur Zahlen darstellen konnten. Unglaublich. In Europa gab es im fünfzehnten Jahrhundert schon die Druckerpresse.“ Agent Oranges Vater liebte es, mit seinem angelesenem Wissen zu prahlen und zu belehren. Er sah auch aus wie ein typischer Lehrer. Er trug die grauen Haare kurz und seine Brille rutschte immer wieder von seiner Nase.

„Na wenigstens hatten sie keine spanische Inquisition und keine Pestepidemie“, gab Agent Orange zur Verteidigung der Inkas wider und blätterte in einem Buch über die Tiere und Pflanzen des Dschungels.

„Ha, die spanischen Eroberer kamen doch! Und anstatt der Inquisition hatten die Inkas ganz andere Methoden. Wenn man sich an einer der Tempeljungfern vergriff, wurde die ganze Familie, oder sogar das ganze Dorf, inklusive der Kinder und Tiere hingerichtet. Oder man wurde mit wilden Tieren eingesperrt, und wenn man das ein paar Tage lang überlebte, hatten die Götter entschieden, einen zu begnadigen. Da kann man froh sein, in unserer heutigen Zeit zu leben!“

„Hier steht was von Schamanenritualen mit Meskalin und Ayahuasca. Das klingt interessant“, murmelte Agent Orange und sah sich schon wunderbar von Pflanzenseelen berauscht den Geräuschen des Dschungels lauschen. Er knetete seinen Bauch.

„Du lässt schön die Finger von den Drogen!“, schimpfte sein Vater sofort los. „Das ist gefährlich! Ich habe erst kürzlich eine Reportage gesehen, wie verblödete Touristen sich zudröhnen, um dann nachher mit Hirn- und Leberschaden im Krankenhaus zu landen. Solange du mit mir verreist, kommt das nicht in Frage!“ Er widmete sich wieder seinen Büchern.

Sie ignorierten das Drogenthema beide und wussten, dass Agent Orange bei der ersten Gelegenheit ausprobieren würde, was auszuprobieren war.

 

Am Abend gingen sie, nicht ohne vorher jeweils eine Flasche des vom Vater hochgelobten argentinischen Rotweins zu leeren, den Agent Orange gerne mit Cola mischte, zum Informationsabend des Reisebüros. Tatjana war nicht mitgekommen. Sie verließ sich die Reise betreffend ganz auf Heinz, Agent Oranges Vater. Auf dem Infoabend trafen sie auf drei Mitreisende, einem viel gereisten und belesenen Rentner und die beiden Studenten Thomas und Hannes. Sie sprachen fließend Spanisch und machten keinen Hehl daraus, dass sie im Anschluss an den Inkapfad die berühmten Schamanen aufsuchen würden. Beide hatten sich ein ganzes Semester freigenommen, um die Sprache und die Kultur Südamerikas zu erkunden. Thomas war ein gut aussehender rothaariger mittelgroßer und sportlicher Typ, während Hannes groß und schlaksig war und ihm schon Ende zwanzig die dünnen lockigen Haare ausgingen. Agent Orange war der Einzige, der optisch nicht in den sportlichen Wanderzirkel passte und die Veranstalter schauten ihn mitleidig an, als sie die Route erklärten. Fünfundvierzig Kilometer durch den bergigen Dschungel auf dreitausend Höhenmetern. Endlose Treppen, ein Gletscher und unwegsames Gelände waren zu erwarten und aufgrund der Jahreszeit war mit Erdrutschen und Überschwemmungen zu rechnen. Täglich sollten sie zwischen vier und neun Stunden wandern, je nach physischer Kondition. Agent Orange hatte keinerlei Vorstellung davon, was das bedeutete.

Bei Amazon kaufen: Klick!

Write a comment

Comments: 0